26. Januar 2021

Innerbetriebliches Nachhaltigkeitsmanagement - Was es dazu braucht!

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Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Klimawandel kann in der Kultur bereits seit einiger Zeit beobachtet werden. Der Diskurs über den ökologischen Fußabdruck der Kulturbetriebe und innerbetriebliches Nachhaltigkeitsmanagement hat erst im Laufe des Jahres 2020 an Bedeutung gewonnen. Beispiele, wie die Gründung des Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit in Kultur und Medien, die WebTalk-Reihe der KuPoGe, das Symposium des Dresdner Amt für Kultur und Denkmalschutz oder der KulturInvest-Kongress 2020, haben das Thema mehr in die Breite getragen.

Als wir uns jedoch im Januar 2020 im Rahmen unserer Masterarbeit die Frage stellten, wie es in der Kulturbranche mit Fokus auf die Theater- und Orchesterlandschaft um das Thema Nachhaltigkeit bestellt ist, gab es noch keinerlei Daten zum Status quo. Wir haben uns deshalb in zwei Forschungsteilen dem Thema angenähert. Im ersten Teil der Arbeit haben wir eine Online-Umfrage konzipiert, um ein Stimmungsbild zum damals gegenwärtigen Zustand einzufangen. Dank der Unterstützung des Deutschen Bühnenvereins konnten wir die Umfrage an dessen 278 Mitglieder ausspielen, wodurch sich der Befragtenkreis aus deutschen Theater-, Opern- und Konzerthäusern zusammensetzt, einschließlich der Sparte Tanz. Die Rücklaufquote lag bei knapp 20 Prozent.

Die Ergebnisse zeichnen ein zweideutiges Bild: Die Relevanz des Themas für die Kulturbranche wird erfreulicherweise von einer eindeutigen Mehrheit als sehr hoch eingestuft (83%).

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch geben fast die Hälfte der Befragten an, dass in ihrer Institution Nachhaltigkeits-Maßnahmen umgesetzt werden. Je tiefer jedoch in die Materie eingedrungen und nach objektiv messbaren Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirkung auf den CO2-Fußabdruck gefragt wird, desto mehr dünnt sich das Feld aus. Dies liegt aber nicht zwingend an der fehlenden Haltung der Akteur*innen: Rund die Hälfte der Befragten empfindet die Aufmerksamkeit, die dem Thema gewidmet wird, als zu wenig.

 

 

 

 

Das Nachhaltigkeitsengagement der eigenen Institution finden sogar 60 Prozent nicht hoch genug. Einen externen Druck auf die Kulturbranche in puncto Nachhaltigkeit verspüren aber nur rund ein Drittel der Befragten. Intern stellen Künstler*innen mit 60 Prozent die größte Gruppe dar, die das Thema Nachhaltigkeit an die Institutionen heranträgt. 

Nachdem der Fokus des ersten Teils der Umfrage hauptsächlich auf der subjektiven Einschätzung der Befragten lag, wurden für eine bessere Vergleichbarkeit im zweiten Teil Indikatoren abgefragt, die die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit in Institutionen objektiv abbilden. Zu diesen Indikatoren gehören beispielsweise die Verankerung des Themas Nachhaltigkeit im Leitbild (25 Prozent), die Existenz einer Umwelt- oder Nachhaltigkeits-AG (33 Prozent), der Austausch zum Thema außerhalb der eigenen Institution (60 Prozent) oder die Kenntnis von Nachhaltigkeitsleitfäden (51 Prozent).

 

Ein entscheidender Faktor im Nachhaltigkeitshandeln ist die Kenntnis des eigenen Energieverbrauchs. Immerhin 67 Prozent der befragten Institutionen liegen Daten über ihren Energie- und Ressourcenverbrauch vor. Noch einen Schritt weiter sind ein Drittel der Befragten gegangen, indem sie eine Energieberatung in Anspruch genommen haben. Eine personelle, dauerhafte Verankerung des Themas in Form einer*eines Umweltbeauftragten oder in Form der Nutzung eines Umweltmanagement-Systems gibt es dann allerdings nur in 4 Prozent der befragten Einrichtungen.   

 

Im dritten Teil der Umfrage zielten die Fragen noch stärker auf die Umsetzung von nachhaltigen Maßnahmen im Produktionsalltag ab. Wie sehen diese Maßnahmen konkret aus und wie häufig werden sie umgesetzt? Diese Fragen wurden nur Institutionen gestellt, die angegeben haben, aktiv Maßnahmen umzusetzen (58 Prozent). Am häufigsten wurden Maßnahmen in den Bereichen Energieversorgung (47 Prozent), Gebäudetechnik (37 Prozent), Entsorgung (33 Prozent) und Bühnentechnik (32 Prozent) umgesetzt. Auch die Bereiche Reisen (30 Prozent) und Kommunikation (26 Prozent) wurden genannt. Die von einigen Institutionen optional genannten Beispiel-Maßnahmen zeigten jedoch, dass es eine große Bandbreite hinsichtlich des Wirkungsgrades der umgesetzten Maßnahmen gibt. Die Beispiele reichten von “Verwendung von Ökopapier” und “Mülltrennung” über “Flüge innerhalb Deutschlands reduzieren” und “Umstellung auf Ökostrom” bis hin zu “Energieaudits”. Die Auswirkungen, die diese Beispiele auf die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks haben, sind dementsprechend sehr unterschiedlich. Wenn Institutionen keine Maßnahmen umsetzen (42 Prozent), dann sind dafür hauptsächlich mangelnde personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen verantwortlich. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interessant für unsere jetzige Arbeit waren die Fragen am Ende des Fragebogens zur perspektivischen Einschätzung und den Bedürfnissen für eine Veränderung des Status quo. Diese sind vor allem auch für die zukünftige Entwicklung des Themas in der Kulturbranche spannend: Eine eindeutige Mehrheit von 84 Prozent wünscht sich Unterstützung für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen, unabhängig davon, ob sie bereits aktiv sind (47 Prozent) oder es werden möchten (37 Prozent).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Unterstützung wäre in inhaltlicher und finanzieller Form laut den Befragten am hilfreichsten. Den größten Treiber für Veränderung sehen die Befragten in der Bereitstellung von zweckgebundenen Fördergeldern, aber auch in gesetzlichen Regelungen und Beratung.   Auch wenn bisher wenig externer Druck verspürt wird, können sich knapp 70 Prozent der Umfrageteilnehmer vorstellen, dass nachhaltiges Management zu einer Imagesteigerung ihrer Institution führt.

Autorinnen: Teresa Trunk, Vera Hefele